Vormagazin

Ausgabe September 2010

Ganz in Rosa: 
Pink Ribbon Night 2010 - Ein Zeichen setzen: die Pink Ribbon Night am 30. September feiert gemäß dem Motto der Krebshilfe 'Aus Liebe zum Leben'. Plus: Tatort Kaffeehaus bei der Kriminacht 2010, Bürgermeister Michael Häupl im Interview und 77 Gewinne! Copyright Schloß Schönbrunn Kultur- und BetriebsgembH, Foto A. Koller

Ganz in Rosa: Pink Ribbon Night 2010

Gewinn Vor allen anderen...

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Tipp des Tages

Hitzeverbot

Wien bietet seinen Hitzeflüchtlingen viele Orte der kühlen Erholung. Ober und unter der Erde.

Abkühlung ©Thinkstock

Wenn Haushaltsmuffel freiwillig einkaufen gehen, dann herrscht Hitzealarm in der Stadt ... und Stau rund ums Kühl­regal im Supermarkt, einer sehr beliebten Erfrischungszone für fantasielose Sommergequälte. Dabei gibt es doch in Wien feinere Möglichkeiten, der jährlich wiederkehrenden Klimaerwärmung zu entkommen. Wenigstens für einige kostbare Augenblicke.

Zu allem bereit. Hitzeopfer, die zu allem bereit sind, nehmen sich Urlaub und einen Sommerjob in der Eisfabrik an. Bei bis zu 30 Grad minus wird von Blockeis bis zu Crushed Ice alles produziert, was sich aus gefrorenem Wasser herstellen lässt. Da wird nach Schichtende, wenn man Fellmütze und Daunenfäustlinge abgenommen hat, die Sommerhitze richtig lauschig. Wer es nicht ganz so extrem will, verbindet Kultur mit Erfrischung und steigt in die Kapuzinergruft hinab. 138 tote Habsburger ruhen dort - fern der Kapuzineraffenhitze. Allein der Anblick der Totenschädel lässt wohlig das Blut gefrieren. Kartenspielen und andere Zerstreuungen sind aber nicht gestattet, darum wird der Aufenthalt unter den Toten rasch langweilig. Wahrscheinlich gibt es deshalb auch keine Jahreskarten zu kaufen.
Routinierte Hitzeflüchtlinge weichen sofort auf eine alternative unterirdische Adresse aus. Sie wandern auf den Spuren des Dritten Manns durch Wiens Kanal­system. Dort gibt es zwar mehr Leben als in der Kapuzinergruft, aber das wollen die Besucher der Führung gar nicht so genau sehen. Viel cooler sind da schon die Pinguine.
Diese flugunfähigen Vögel leben ja in Südpolnähe. Hitze ist ihnen so fremd wie uns das Packeis. Damit sie möglichst artgerecht gehalten werden, haben sie im Tiergarten Schönbrunn ein eigenes Haus, kühl und hell. Wiener, die auch gerne artgerecht gehalten werden, gesellen sich im Sommer daher zu den watschelnden kleinen Kerlen. Wichtig: Der Strom für die Kühlanlage des Pinguinhauses wird aus der Solaranlage auf dem Hausdach gewonnen. Ein Pinguinbesuch erwärmt also nicht das Weltklima. Wem beim Betrachten der dicken Vögel zu langweilig wird, der kann ja ins Terrarium ausweichen. Sogar bei den Krokodilen ist es kühler als im Hitzestau des Wiener Häusermeers.

Geheimtipp Salzgrotte. Fast unbemerkt wird Wien zur Salinenstadt. Salzgrotten entstehen derzeit praktisch in allen Grätzln. Gestresste Städter suchen immer öfter einen Ort, an dem Handyverbot, Ruhe und Relaxen angesagt sind. Umso besser, dass diese Grotten auch die wertvollste Währung des Sommers bieten: Kühle. Zum Glück sind nur die Grotten und nicht die Preise gesalzen.

Paradoxe Intervention. Heißluft-Routiniers setzen bei Hitze auf noch mehr Hitze. Paradoxe Intervention heißt dieses Lösungsszenario. Sie dünsten im Sommer in der Sauna und drängen sich in die flimmernden, tropischen U-Bahn-Garnituren. Steigen sie aus, erscheint die vermeintliche Hitze als Mailüfterl. Zu dumm nur, dass immer mehr klimatisierte U-Bahn-Garnituren fahren. Andererseits: auch ein Geheimtipp bei Affenhitze.