Dublin

Auf den Spuren von James Joyce

Die irische Hauptstadt gilt als Trend-Destination in Europa. Kultur- und Geschichtsbegeisterte kommen hier ebenso auf ihre Kosten wie Gourmets und Nachtschwärmer.

Text: Andreas Cavar

Mit dem Buch „Ulysses“ hat der irische Schriftsteller James Joyce Weltruhm erlangt und zugleich der irischen Hauptstadt Dublin ein Denkmal gesetzt. Joyce soll gesagt haben, er wolle „ein so vollständiges Bild Dublins präsentieren, dass die Stadt, sollte sie eines Tages plötzlich vom Erdboden verschwinden, aus meinem Buch rekonstruiert werden könnte.“

Die literarische Tradition der Stadt ist überall zu spüren: An zahlreichen Straßen und Plätzen finden sich Statuen oder Hinweisschilder, welche an berühmte Schriftsteller erinnern, die aus Dublin stammen oder einen Teil ihres Lebens hier verbracht haben.

Voll im Trend

Dabei ist Dublin längst nicht nur für Literaturfreunde eine Reise wert. Zahlreiche Reiseführer listen die Stadt am Fluss Liffey als Trend-Destination in Europa auf. Kein Wunder, denn Dublin entpuppt sich schon nach kurzer Zeit als eine äußerst vielfältige Stadt, in der Kultur- und Geschichtsbegeisterte ebenso auf ihre Kosten kommen wie Feinschmecker oder Nachtschwärmer.

Ein idealer Ausgangspunkt, um die Stadt zu erkunden, ist das Viertel rund um die belebte Shoppingmeile Grafton Street. Viele der berühmtesten Sehenswürdigkeiten und Museen sind hier zu finden und bequem zu Fuß erreichbar.

Wer mehr über die bewegte Geschichte der Stadt im 20. Jahrhundert erfahren möchte, sollte einen Abstecher in das kleine, aber feine „Little Museum of Dublin“ machen. Keinesfalls entgehen lassen dürfen sich Besucher das weltberühmte Trinity College.

Bei einem Spaziergang über das wunderschöne Areal ist die Hektik und der Verkehr in der Innenstadt schnell vergessen. Der größte Schatz der Universität ist das „Book of Kells“, welches um das Jahr 800 n. Chr. angefertigt wurde. Besonders imposant ist zudem der „Long Room“, in dem mehr als 200.000 Bücher sowie die älteste Harfe Irlands aufbewahrt werden. Besucher müssen zu fast jeder Tageszeit mit Warteschlangen rechnen, aber das Anstellen lohnt sich.

Lebensfreude

Wer auf der Suche nach ausgefallenen Mitbringseln ist, wird im westlichen Teil des Kultur- und Vergnügungsviertels Temple Bar sowie in den Gassen rund um die Drury Street auf jeden Fall fündig. Hier sind in den vergangenen Jahren viele kleine Läden entstanden, die moderne Kunst, Mode und Accessoires anbieten.

Ein Pub-Besuch ist quasi für alle Dublin-Reisenden Pflicht. Neben einem klassischen Guinness warten auch zahlreiche junge Biermarken darauf, verkostet zu werden. In den vergangenen Jahren hat sich in der Stadt eine lebendige Craft-Beer-Szene entwickelt. In den Pubs ist die Lebensfreude und Geselligkeit der Iren spürbar: Es wird getrunken, geplaudert und viel gelacht. Oftmals sorgen Live-Bands für ausgelassene Stimmung und besondere Momente. Spätestens dann ist es für Reisende kaum noch möglich, sich der besonderen Atmosphäre Dublins zu entziehen.

Info: ireland.com

  • www.wienspart.atTemple Bar Dublin ©Andreas Cavar© Andreas Cavar
  • www.wienspart.atBloomsday ©Tourism Ireland© Tourism Ireland
  • www.wienspart.atSt. Patrick\'s Cathedral ©Tourism Ireland© Tourism Ireland
  • www.wienspart.atLong Room ©Tourism Ireland© Tourism Ireland

Fakten

Am 16. Juni wird an vielen Orten Dublins der Bloomsday gefeiert. Benannt ist die Festivität nach Leopold Bloom, der Hauptfigur aus „Ulysses“. Auch jene, die das Werk nicht gelesen haben, können an diesem Tag in das Dublin von James Joyce eintauchen.

Fans des Schriftstellers werfen sich in Schale und tragen Kleidung aus der Zeit König Edwards, während sie Schauplätze aus dem Buch besuchen. Dazu zählt etwa der „Joyce Tower“ in Sandycove, einem Stadtviertel, das etwas außerhalb des Zentrums direkt an der Küste liegt. Der Martello- Turm kommt im ersten Kapitel von „Ulysses“ vor und kann ebenso besichtigt werden wie das angeschlossene Museum. Joyce verbrachte hier im Jahr 1904 sechs Nächte.

Empfehlenswert ist zudem ein Ausflug in die malerische Kleinstadt Dalkey, südöstlich von Dublin. Am Bloomsday werden dort Szenen aus „Ulysses“ von Schauspielern aufgeführt.

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