Nachhaltigkeit

Fashion Trend 2018

Immer mehr grüne Labels zeigen, dass sich Fashion und Nachhaltigkeit nicht ausschließen müssen. Wer nun an Gesundheitslatschen denkt, liegt falsch. Denn Ökomode ist einer der Fashiontrends 2018. Was verbirgt sich hinter dem Begriff nachhaltige Mode?

Billige Kleidung hat einen hohen Preis Kaum etwas ist mehr von kurzlebigen Trends dominiert als die Modebranche. Ob in der Haute Couture oder im Budgetbereich – global agierende Designer und Konzerne bringen pro Jahr eine bestimmte Anzahl an Kollektionen heraus, die bald die Schaufenster der Großstädte dominieren. Wer "in" sein will, muss zugreifen. Denn so schnell, wie die Ware in die Läden kommt, verschwindet sie auch wieder. Um auf der Höhe der Zeit zu sein, muss der Kleiderschrank permanent erneuert werden. Die Fashionindustrie macht das dem Verbraucher denkbar leicht, denn viele Modeketten bieten Shirts an, die kaum mehr als ein Becher Kaffee kosten an. Gipfel dieser Entwicklung, die auch McFashion genannt wird, sind einige Youtuber. Stolz präsentieren sie die Ausbeute ihrer "Hauls" genannten Shoppingfeldzüge. Der Preis, der für billige Kleidungsstücke gezahlt wird, ist hoch. Für die Zeche gerade stehen Arbeiter in Niedriglohnländern, die Umwelt und das Klima, aber auch die Gesundheit der Käufer. Bei der Produktion von dieser Mode werden Hunderte von Chemikalien eingesetzt, darunter Farbstoffe, Bleichmittel und Farbbeschleuniger. Besonders Länder wie Indien, Bangladesch und China sind betroffen, denn hier lassen die meisten Billigketten produzieren.

Slow Fashion steht für langlebige Kleidung

Die Giftstoffe in den Textilien sind gesundheitsschädlich, können für Allergien verantwortlich sein, sowie die Fruchtbarkeit einschränken und das Nervensystem angreifen. Die negativen Inhaltsstoffe von Bekleidung sind nicht nur schwer zu erkennen, wie der Focus online berichtet, sondern hinterlassen außerdem einen Müllberg. Rund 35 Kilo textiler Abfall kommen pro Jahr und EU-Bürger zusammen. Das passt nicht zusammen mit einer Lebensweise, die auf eine gesunde, ökologische Ernährung Wert legt. Daher gilt Slow Fashion als Kontrapunkt zum McFashion. Unter diesem Begriff sammelt sich nachhaltige und bewusste Mode, die keine kurzlebige Massenware sein will. Kleidung kommt hier ohne Chemie aus und wird aus Ökotextilien oder recycelten Materialien hergestellt. Die Produktion erfolgt in lokalen Betrieben und nicht in Übersee, das Design ist so ausgerichtet, dass die Stücke zeitlos schön sind und viele Jahre getragen werden können. Zur nachhaltigen Mode passt auch der Vintage Look oder Shabby Chic. Denn alte, gebrauchte Stücke mit neuen Teilen zu kombinieren harmoniert mit dem nachhaltigen Modekonzept. Die einzelnen Hersteller haben verschiedene Schwerpunkte, wie sie ihre Produktion nachhaltig gestalten. Neben Bio-Baumwollen und Naturfasern sowie Herstellungsverfahren, die Ressourcen schonen werden auch die Sozialstandards in der Produktion gewährleistet und regelmäßig überprüft.

Hipper Streetstyle statt Jutesack

Nachhaltige oder grüne Mode, die manchmal als Eco Fashion bezeichnet wird, hat nichts mehr vom einstigen Image von Jutesack, Batikbluse und Gesundheitslatschen. Denn Umweltbewusstsein und Fashion müssen sich nicht ausschließen. Der Streetstyle präsentiert sich mit Schuhen aus recyceltem Material, die Bürobluse ist aus Biobaumwolle und klassische Stoffe werden ganz einfach durch nachwachsende Rohstoffe wie Bambus, Flachs oder Hanf ersetzt. Solche Kollektionen mit Mehrwert gibt es von Anbietern wie Hessnatur, Greenality, dem Avocado Store und sogar im traditionellen Modehaus Peek & Cloppenburg mit dem Label Armed Angels. Neben der ökologischen Produktion bemühen sich die Labels auch intern, ihren Beitrag zum Schutz der Umwelt und des Klimas zu leisten. Zum Beispiel durch Bezug von Ökostrom oder CO2-neutralen Versand. Nachhaltige Fashion ermöglicht es dem Verbraucher, sich auf die Qualität zu konzentrieren und den Wert eines Produktes wieder schätzen zu lernen, was in dieser schnelllebigen Zeit eine kleine Revolution darstellt.

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