Krimi-Bestsellerautorin Edith Kneifl im Porträt

Edith Kneifl

Die Wiener Krimi-Bestsellerautorin Edith Kneifl ist eine der Jurorinnen unseres Schreibwettbewerbs zur Kriminacht.

Text: Mareike Boysen

„Spannung bleibt das Wichtigste“

Ich bin von Anfang an dabei gewesen“, sagt Edith Kneifl auf die Frage nach ihrem Verhältnis zur Wiener Kriminacht. Eigentlich sogar ein bisschen länger: Das große Literaturfestival geht heuer in seine zwölfte Auflage, Kneifl liest bereits zum 15. Mal. Gemeinsam mit Kollegen wie Sabine Naber, Lisa Lercher und Andreas Pittler zeichnet sie für den Vorgänger verantwortlich: einen Krimi-Leseabend, der 2001 noch in nur einem Lokal stattfand. Die Übernahme der Veranstaltung durch den Echo-Verlag und ihre Verlegung in Wiens Kaffeehäuser sei in der Szene auf große Zustimmung gestoßen: „Die Kriminacht ist für uns Autoren seitdem das Wiener Event“, sagt Kneifl.

KRIMIS AUS ÖSTERREICH. Dass Kneifl bisher in fast jedem Jahr ein neues Buch hat präsentieren können, verdankt sich ihrer disziplinierten Arbeitsweise. Die studierte Ethnologin und pensionierte Psychoanalytikerin hat bislang 22 Romane vorgelegt und gilt als eine der erfolgreichsten Kriminalautorinnen Österreichs. Ihr Titel „Ende der Vorstellung“ wurde unter dem Titel „Taxi für eine Leiche“ verfilmt, der wiederum eine Romy erhielt und in die „Standard“-Reihe „Der österreichische Film“ Einzug fand. Kneifl lebt und schreibt seit über 40 Jahren in Wien – und hier spielen auch die meisten ihrer Geschichten.

TATORT NASCHMARKT. Bei Haymon ist gerade Kneifls neuer Roman „Tot bist du mir lieber“ erschienen, der den Auftakt einer neuen Ermittlerinnenserie bedeutet. Magdalena, Elvira und Sofia, drei Frauen knapp über 40, die nicht nur die gleiche Adresse, sondern auch ihre Enttäuschung über das männlichen Geschlecht vereint, klären den Mord an einem modernen Heiratsschwindler auf. „Frauen in Aufbruch- oder Ausbruchstimmung habe ich als Protagonisten besonders gern“, sagt Kneifl . Wohl ein Überbleibsel ihrer Anfänge in der feministischen Literatur. Umso erstaunlicher sei es, meint sie selbst, dass laut Analyse einer Studentengruppe junge Männer zwischen 25 und 35 eine der Hauptlesergruppen ihres Werks ausmachten.

WETTBEWERBSFINALE. Als Jurorin unseres im Juni ausgeschriebenen Kurzkrimiwettbewerbs „Tatort Grätzl“ hat Kneifl klare Erwartungen an die eingesandten Texte: „Spannung, Spannung, Spannung! Das ist und bleibt das Wichtigste“, sagt sie. Dabei spiele das Geheimnis um den Täter gar keine so große Rolle. „Wenn ich einen guten Krimi lese und von Anfang an weiß, wer den Mord begangen hat, lese ich trotzdem weiter. Es geht ja um so vieles mehr: um das Milieu, die Charaktere, die Motive.“ Stattfi nden wird das Wettbewerbsfinale am 18. Oktober übrigens im Café Korb. Kneifl liest zuerst selbst im Ritter – „aber ich komme bestimmt nach.“

 

Text: Mareike Boysen

  • www.wienspart.atEdith Kneifl ©Stefan Joham© Stefan Joham

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