
Acht Prozent der Österreicherinnen hatten Eingriff. Gallup-Umfrage: 25 Prozent können es sich vorstellen.
Immer mehr Menschen legen sich für ihre Schönheit unters chirurgische
Messer: Laut einer Gallup-Umfrage haben bereits acht Prozent der
Österreicherinnen über 14 Jahren einen kosmetischen Eingriff hinter
sich. "25 Prozent können es sich vorstellen, sich einer Operation zu
unterziehen", so die Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely
(S) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz anlässlich der Konferenz
"Der gemachte Körper" kommende Woche in der Bundeshauptstadt.
Die repräsentative Umfrage wurde im Oktober unter 413 Frauen
durchgeführt. "Die Hitliste der Eingriffe führen Faltenbehandlungen (28
Prozent) und Gesichtsstraffungen (26 Prozent) an", führte die Wiener
Frauengesundheitsbeauftragte Beate Wimmer-Puchinger aus. Auf den
folgenden Plätzen: Nasenkorrekturen (18 Prozent), Fettabsaugungen (16
Prozent) und Brustkorrekturen (15 Prozent).
Nur zehn Prozent sind sehr zufrieden
"Dabei ist die
durchschnittliche Zufriedenheit mittelträchtig", so Wimmer-Puchinger.
Elf Prozent der Befragten, die bereits einen Eingriff durchführen haben
lassen, sind "sehr unzufrieden" und nur zehn Prozent gaben an, "sehr
zufrieden" zu sein. 77 Prozent der Frauen treten für eine
Altersuntergrenze bei kosmetischen Eingriffen ein; unter den
Unter-30-Jährigen sind es 86 Prozent. Fast die Hälfte der Frauen (46
Prozent) geben an, von Darstellungen in Medien beeinflusst zu sein. Je
28 Prozent fühlen sich vom Partner bzw. durch den Vergleich mit
Freundinnen beeinflusst, elf Prozent von der Mutter und acht Prozent
vom Vater.
Beine brechen lassen für die Schönheit?
"Das Herumgeschnitzel am Körper macht an der äußeren
Hülle nicht mehr Halt", meinte Wimmer-Puchinger. Immer mehr Frauen
würden dem weltweit zunehmenden Trend von Vaginalverschönerungen folgen
und sich eine "jüngere, aufgeplusterte, mädchenhaftere Vagina"
wünschen. Ein Trend aus Russland: Für möglichst lange Beine lassen sich
vorwiegend junge Frauen die Unterschenkelknochen brechen und in
langwierigen Prozessen verlängern, so Ilona Kickbusch vom Bundesamt für
Gesundheit in der Schweiz. Auch würden sich immer mehr junge Männer
unter das Messer legen: In Deutschland und Österreich sind bereits rund
15 Prozent der schönheitschirurgischen Klienten Männer.
Es sei
also durchaus kein Thema mehr nur für z. B. Reiche oder Künstler,
sondern ziehe sich quer durch die Gesellschaftsschichten, erklärte
Wehsely. Dabei würden die Betroffenen ihr Glück vom vermeintlich
perfekten Körper abhängig machen und davon ausgehen, "dass damit auch
soziale Probleme gelöst werden". Die Erfahrungen von der vor zehn
Jahren in Wien initiierten
kostenlosen Essstörungshotline würden zeigen, dass die Anrufer nicht
nur immer jünger werden, sondern auch die Vorstellungen des eigenen
Körpers irrationaler würden: "Da rufen Mädchen an mit Kleidergröße 36,
die sich zu fett finden."