
Ganz in Rosa: Pink Ribbon Night 2010
Beim Spielen mit anderen Kindern gewinnen die Jüngsten wichtige Impulse für die Entwicklung ihrer Persönlichkeit.
Ein Kind lernt vom ersten Tag an. Zuerst empfindet es sich als Einheit mit der Mutter. Erst nach und nach erkennt es, dass es eine eigene Persönlichkeit ist. Es folgt eine Zeit, in der es ganz mit sich selber beschäftigt ist – wo es im Sandkasten neben anderen Kindern spielt, aber noch nicht mit ihnen. Um das dritte Lebensjahr herum interessiert sich das Kind erstmals für Gleichaltrige. Es lernt dann am besten mit und durch sie. Hier setzt der Kindergarten an.
Wichtig warum? „Üblicherweise bekommen Kinder bereits im Elternhaus erste Bildungsanreize“, weiß Mag. Sylvia Minich, Betriebsleiterin der Wiener Kindergärten.„Aber erst bei uns werden sie von geschulten PädagogInnen betreut. So erhält jedes Kind für sich, aber auch als Teil einer Gemeinschaft, wertvolle Möglichkeiten, seinen individuellen Bildungsweg zu beschreiten.“
Der Bildungsplan.
Der Rahmen, in dem Motorik, Sozialverhalten, Kognition (Denken) und Sprache vermittelt werden, ist allerdings nicht mit einem Schul-Lehrplan vergleichbar, wo alle zur selben Zeit dasselbe können sollten.„Im Kindergarten kann Chancenausgleich erfolgen“, erklärt Mag. Minich. „Unsere PädagogInnen nehmen jedes Mädchen und jeden Buben individuell wahr und erstellen das Bildungsprogramm so, dass alle das für sie Passende finden.“ Die Angebote vielfältig zu gestalten ist dabei wichtig, denn verschiedene Methoden der Kommunikation, wie beispielsweise Rollenspiel oder Erzählen von Bildgeschichten, sprechen unterschiedliche Kinder an.
Die enge Zusammenarbeit mit den Eltern und anderen Erziehungsberechtigten rundet die Bildungsarbeit im Kindergarten optimal ab. Neben geschlechtersensibler Pädagogik wird den Kindern viel Raum gegeben, um selbständig Bildungsmöglichkeiten zu erobern. Pädagogisch setzt man auf das zeitgemäße Prinzip des „offenen Kindergartens“ mit viel Freiheit, kreativen Angeboten und Bewegungsraum, aber auch klaren Regeln. „Dem Kind wird zugetraut, Eigenverantwortung zu entwickeln und in Kooperation mit Erwachsenen selbst zu wissen, was es gerade braucht“, unterstreicht Mag. Minich das bewährte Konzept.
Warum in den Kindergarten?
- Laut einer Studie des Bundesinstituts für Bildungsforschung Salzburg ziehen sich Defizite durch die gesamte Bildungskarriere.
- Während unter vierjährigen Kindergartenkindern 23 Prozent Förderbedarf haben, sind es von den daheim betreuten 51 Prozent.
- Zwar besuchten in Österreich insgesamt 93 Prozent der Fünfjährigen den Kindergarten, aber gerade Eltern, die keinen oder nur einen Pflichtschulabschluss haben, schicken ihre Kinder – oft aus finanziellen Gründen – nicht in den Kindergarten.
- Laut Günter Haider vom BIFIE (Bundesinstitut für Bildungsforschung) hat die PISA-Studie gezeigt, dass 43 Prozent derer, die keinen Kindergarten besucht haben, RisikoschülerInnen mit schlechter Lese- und Schreibkompetenz werden.
Infos: www.kindergaerten.wien.at