Vormagazin

Ausgabe Mai 2012

Loslaufen - Trainings-Tipps für Einsteiger

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Eckel

Ausland, wir kommen

Klaus Eckel überlegt, beruflich umzusatteln.

Neulich behaupteten in einem Artikel etliche österreichische Unternehmer, dass man für den beruflichen Durchbruch ins Ausland gehen sollte. Ein Job in Amerika, der mich seit Jahren interessieren würde, wäre der des Notdurftvertreters. In Hollywood suchen sie tatsächlich im Rahmen der Oscarverleihung Menschen, die den Platz von Promis besetzen, während diese die Toilette aufsuchen. Damit soll verhindert werden, dass bei einem Kameraschwenk durchs Publikum ein leerer Platz zu sehen ist. In der Jobannonce wird als einzige Qualifikationsanforderung angegeben, dass man fünf Minuten ruhig sitzen können muss. Ich habe mich jetzt beworben und zwar mit einem you tube-Video, welches zeigt, dass ich sogar zehn Minuten ruhig sitzen kann. Ich hoffe, dass ich dadurch nicht überqualifiziert bin. Das wäre schon unglaublich. Klaus Eckel wärmt den Platz von Brad Pitt während dieser seine Blase erleichtert. Ich würde natürlich die Zeit nützen um mit seiner Frau in Kontakt zu treten. Mit ein bisschen Glück haucht mir die schöne Angelina ins Ohr: „Klaus, I would like to adopt you. My kids are from all over the world, but I have no Austrian.“ In Anbetracht dieser Option würde ich natürlich meine offizielle Familie sofort verleugnen. Ich würde Angelina erzählen, dass ich einst in einem Körbchen die Donau flussabwärts trieb, in Kaisermühlen strandete und von einer Ente, die Alkoholiker war, großgezogen wurde. Ihr Mann würde sich schön wundern. Da kehrt er erleichtert und nichts ahnend zu seinem Platz zurück und seine Gattin knallt ihm folgenden Satz entgegen: „Hey Brad, tonight this little Austrian sleeps between us.“ Bis zur Oscarverleihung suche ich jedoch mein berufliches Glück in Italien. Laut statistischem Zentralamt landen im Trevibrunnen jedes Jahr Münzen im Wert von 100.000 Euro. Also, falls Sie in den nächsten Wochen in Rom verweilen und im Trevibrunnen ein rot-weiß-rotes Schnorchelrohr herausragen sehen, dann bitte nicht mit dem Finger zuhalten. Sie gefährden meinen Durchbruch.

von Klaus Eckel

Klaus Eckel ist Kabarettist.