Vormagazin

Ausgabe Jänner 2012

Darf ich bitten? - Die Ballsaison ist eröffnet.

Gewinn Vor allen anderen...

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Eckel

Pflanz wen anderen!

Manchmal fühlt man sich umzingelt. Von „Beinstellern“ und „Steineindenwegräumern“.

Kennen Sie das? Es gibt Tage, da fühlt man sich von der Welt gemobbt. Meistens fängt mein Hund damit an. Mit dem ich eine Stunde lang bei Nieselregen durch die Gegend streife. Er jedoch erst nach dem Schließen meiner Wohnungstüre gedenkt sein Bein zu heben. Ich bin mir sicher, er nützt unsere Ausflüge nur, um bei den Pfützen seine Blase vollzutanken. Danach folgt der Busfahrer. Der mit seinem rollenden Monster um die Ecke wartet. Und zwar solange, bis er bemerkt, dass ich mir eine Zigarette anzünde. Im selben Moment biegt er mit einem breiten Grinsen in die Station ein. Nicht zu vergessen meine Arbeitskollegen. Die meinen Bürosessel regelmäßig durch einen Kaktus ersetzen oder sich beim Radiowunschkonzert für mich das Lied „Time to say goodbye“ wünschen. Ich würde alles vergessen, wenn da nicht zu Mittag dieser Running-Sushi-Koch wäre. Immer wenn er bemerkt, dass ich mir ein Maki schnappen will, beschleunigt er das Laufband auf 40 km/h. Hungrig und vom Alltag geschafft schleppe ich mich nach Hause. Die auf der Straße sitzenden Bettler drehen bei meinem Anblick ihre Hüte um und meine Nachbarn, bekennende Zeugen Jehovas, öffnen ihre Wohnungstür nicht, obwohl ich unbedingt mit ihnen über Gott sprechen will. Manchmal hoffe ich, dass solche Tage genauso enden wie der Film „The Game“. Alle beschriebenen Tagverderber stehen bei mir im Wohnzimmer und sagen: „Klaus, es war nur ein Spiel.“ Da dies noch nie der Fall war, sitze ich jetzt bei der Mobbing­opferberatungsstelle. Der Coach wirkt verständnisvoll. Er meinte nur, er müsse für einen Augenblick aus dem Zimmer. Obwohl – das war jetzt sicher schon vor drei Stunden.

Klaus Eckel ist Kabarettist.

von Klaus Eckel

Klaus Eckel ist Kabarettist.