
Weil es ja bald gilt, die Geburt des Kindes in Betlehem zu feiern: Wissen Sie eigentlich, wie viele Windeln so ein kleiner Mensch braucht? Wie haben die das damals gemacht? Bei den damaligen Internetverbindungen muss es ewig gedauert haben, eine Großpackung Pampers frei Haus (oder Stall) online zu bestellen. Die Welt war eine Scheibe, da ging das mit der weltweiten Vernetzung rund um den Globus noch nicht so richtig. Also wahrscheinlich über WLAN. Wie war das am Basar? Eine Abteilung für Wein und Fisch, eine für grobes Tuch samt Sandalen, eine für Palmwedeln und eine für Babyzubehör (Beißringe aus Granit, Milchflaschen aus gebranntem Ton und geflochtene Kindersitze für Ochsenkarren)?
Gab es genügend Feuchttücher in den Geruchsrichtungen Weihrauch, Myrrhe und … aus Gold? Weil ja Eseln die direkten Vorläufer unserer Designerkinderwägen sind: In wie vielen Farben gab es das Grauvieh? Konnte man es für den Tempelbesuch zusammenklappen? Und was sagte der Tierschutz dazu? Hatten die Tiere genügend Fächer für Accessoires und Hängevorrichtungen für Handtaschen?
Gab es Strohballen für die Nachtruhe in Kindergröße? Wie haben die Hirten und die drei heiligen Könige in Stille verharren können, wenn ein Neugeborenes schreit? War es Ende Dezember nicht viel zu kalt für eine ordentliche Andacht im Freien? Wie war das mit den Babyphones? In jedem Zimmer ein nubischer Sklave, der unauffällig hin und her huscht und seine Herrin pflichtschuldigst „Rabäääh!“ wissen lässt? War es für Neugeborene nicht sehr anstrengend, auf Hebräisch, Latein und Altgriechisch zu greinen? Dann, am Standesamt: Welchen Namen trägt das Kind? Den des Vaters, des Sohnes oder des Heiligen Geistes? Wer ist erziehungsberechtigt? In welcher Währung wurde die Stempelgebühr entrichtet? In Sesterzen oder Silberlingen? Und war so ein Komet im Kreißsaal nicht enorm störend?
Clemens Haipl ist Autor, Kabarettist, Musikproduzent und Zeichner. Infos: www.clemenshaipl.at