
Clemens Haipl über Dinge die man im Somemr macht und sich auch in der kalten Zeit wünschen kann.
Ich bin am Donaukanal gesessen, habe meine Zehen in den warmen Sand gebohrt und immer wieder getestet ob Aperol Sprizz, Bier oder doch weißer Spritzer besser schmecken. Ich habe mir die Sonne auf meinen dicken Bauch scheinen lassen und ab und an die Sonnenbrille geliftet, um zu überprüfen, wie weit der Teint fortgeschritten ist. Meine Flip Flops sind auf dem Weg zum Eisgeschäft am Schwedenplatz im warmen Asphalt picken geblieben und ich konnte gar nicht schnell genug schlecken, bevor der klebrige Saft an meinem schwitzenden Unterarm entlang floss. Am Abend habe ich pflichtschuldigst die Schanigärten der Nachbarschaft patrouilliert und dafür gesorgt, dass die Gastronomie genug Umsatz macht. Nächtens habe ich im Schlafzimmer Klimaschutz per Ventilator betrieben und den Tag darauf im Strandbad an der alten Donau verdöst oder bei offenem Fenster im Büro verbracht (nein, nicht verdöst – wo kommen wir da hin?). Den Wespen hat mein Mittagessen im Freien auch gut geschmeckt.
Sommer in der Stadt ist wunderbar. Ich mag Sonne, Hitze und Leben im Freien. Ich leide nicht unter Wahnvorstellungen, sondern all das habe ich wirklich getan: vor ca. einem halben Jahr und ich werde es wieder tun. Warum ich das hier und jetzt schreibe? Weil ich es jetzt nicht tun kann. Es ist kalt, gatschig und dunkel draußen. Da muss man sich eben mit Erinnerung und/oder Vorfreude behelfen. Positiv denken, quasi. Ich habe zwar versucht, mich in Moonboots, Anorak und Pelzmütze zu Hermanns Strandbar zu legen – nach einer Stunde habe ich aber bemerkt, dass das Helle nicht Sand sondern Schnee ist. Es war um fünf am Nachmittag stockdunkel ist und mir ist außerdem aufgefallen, dass ich recht alleine war, also bin ich wieder nach Hause gegangen. Sommer ist nicht dann, wann ich will. Das sehe ich ein. Aber daran denken kann ich, wann ich will. So, Natur: Jetzt bist du wieder dran.
Clemens Haipl ist Autor, Kabarettist,Musikproduzent und Zeichner. Sein Buch „Ich scheiß mich an“ ist in zweiter Auflage in der VORmagazin-Edition erschienen.
Clemens Haipl ist Autor, Kabarettist, Musikproduzent und Zeichner. Infos: www.clemenshaipl.at