
Christa Kummer über die Chance, in der Weihnachtszeit, in der Stille, Kraft zu tanken.
Am 21. Dezember 2009 exakt um 18:47 Uhr MEZ ist es astronomisch wieder mal soweit: Winterbeginn. Die Meteorologen starten ja schon am 1. Dezember (statistisch) in den Winter. Wintersonnenwende ist das magische Wort: Wir erleben den kürzesten Tag und die längste Nacht des Jahres. Grund dafür ist, dass die tägliche Sonnenbahn zum größten Teil unterhalb des Horizonts verläuft. Das bedeutet für uns bis zu acht Stunden maximal mögliche Sonnenscheindauer, während an den Polarkreisen am Tag der Wintersonnenwende die Sonne gar nicht erst richtig aufgeht.
Soviel zu den wissenschaftlichen Fakten. Die Zeit rund um Weihnachten ist eine ganz besondere Zeit. Die Natur ruht in sich, die Erde hält den Atem an und bündelt ihre Kräfte. Das Fest der Wintersonnenwende war viele Jahrhunderte das aller heiligste Fest des wiederkehrenden Lichtes - Licht, in der Erde versunken um neu geboren zu werden. Sichtbar und spürbar in den wieder länger werdenden Tagen. Die Natur und ihre Lebenskräfte brechen zu einem neuen Zyklus auf (ihren Höhepunkt erreichen sie am 21. Juni, zur Sommersonnenwende, längster Tag, kürzeste Nacht). Vorchristliche Religionen hatten ein tiefes Gespür für das „geistig-beseelte“, sie sahen in der Wintersonnenwende, im wiederkehrenden Licht, im erneuten Erstarken der Sonnenkräfte, die aufsteigende Vitalität, den Beginn des inneren und äußeren Aufwachens, das Geistige, Schöne, Heilsame, Lebensspendende, Weisheitsvolle und Pulsierende.
Dies wäre dann auch die Verbindung zum christlichen Weihnachtsfest. Gerade jetzt im Dezember wird dieses Feingefühl in uns durch Stress und Termine regelrecht zugeschüttet. Nehmen sie sich Zeit und spüren sie die Stille und auch die Kraft der dunklen Jahreszeit!
Christa Kummer ist ORF-Wetterexpertin
www.christakummer.at
Mag. Dr. Christa Kummer ist Wetterexpertin beim ORF. Infos unter: www.christakummer.at