
Wer von uns ärgert sich nicht über das Wetter, wenn es gerade nicht so ist, wie wir es uns wünschen. Ich denke nur zurück an das extrem kühle und vor allem sehr feuchte Wetter im Juni - einige Tage zuvor brütende Hitze! Nicht selten ist der Klimawandel am Wetter schuld, und schon geht's los mit dem Durcheinandermischen von Begriffen, die im Detail nicht viel miteinander zu tun haben. Das, was uns täglich betrifft, der stets wechselnde atmosphärische Zustand ist das „Wetter". Temperatur, Wind, Niederschlag, Luftfeuchtigkeit, Wolkenbedeckung und noch viele andere Merkmale bestimmen das tägliche Wetter. Im Gegensatz dazu ist das „Klima" eine Angabe über einen längeren Beobachtungszeitraum an einem bestimmten Ort. Das „Klima" ist also nirgendwo direkt messbar, sondern eine Statistik aus vielen und vor allem langjährigen Messungen. Das Gebiet kann klein oder groß sein, eine Stadt, ein Kontinent oder der ganze Globus. Um das Klima der Gegenwart zu bestimmen, greift man auf einen Referenzzeitraum von rund 30 Jahren zurück. Schwanken die Werte von Temperatur, Niederschlag, Wind usw. um einen langjährigen Mittelwert, bleibt das Klima stabil. Sind längerfristig Extreme erkennbar, spricht man von Klimaänderung. Im Gegensatz zur Wetterprognose lassen sich die statistischen Mittelwerte des Klimas theoretisch langfristig vorhersagen, besonders großräumig. Uns allen bekannt ist der Ausdruck der „globalen Mitteltemperatur". Das Wetter ist also der augenblickliche Zustand der Atmosphäre - der Meteorologe ist nur daran interessiert, kurzfristig möglichst präzise das Zusammenspiel von Temperatur, Luftdruck, Wind u. v. m. zu interpretieren. Die Klimatologen hingegen interessiert, wie sich langfristig das Wetter auf das Klima auswirkt. Wetter und Klima sind also zwei Paar Schuhe!
Christa Kummer ist ORF-Wetterexpertin
www.christakummer.at
Mag. Dr. Christa Kummer ist Wetterexpertin beim ORF. Infos unter: www.christakummer.at