
ORF-Wetterexpertin Christa Kummer über die Geschichte und Bedeutung der Sommersonnenwende.
Die großen heidnischen Feste wurden im Laufe der Geschichte in christliche Feiertage umgewandelt. So hat auch die Sommersonnenwende einen christlichen Bezug: die Sonnwendfeuer sind auch als Johannisfeuer (benannt nach Johannes dem Täufer) bekannt. Das Johanniskraut steht übrigens mit dem 21. Juni in besonderem Zusammenhang: an diesem Tag gesammelt, hat es angeblich die größte Heilkraft entwickelt. Um den 20. Juni wird jedes Jahr mit dem Abbrennen der Sonnwendfeuer - mittlerweile Sonnwendfeier - die Sommersonnenwende nach altem Volksglauben begangen. Astronomisch ist allerdings der 21. Juni der Tag der Sonnenwende. Der Tag ist am längsten, die Nacht am kürzesten.
Dass die Sonnwendfeiern in unseren Breiten noch lebendiges Brauchtum sind, verdanken wir übrigens den verschiedenen Vereinen, wie etwa Feuerwehr, Bergwacht, Bergrettung, Trachtenvereinen, etc., die diese Tradition pflegen. Alljährlich lodern um den 20. Juni nicht nur auf ungezählten Berggipfeln die Sonnwendfeuer - bekannt für eine atemberaubende Sommersonnenwende ist auch die Wachau. In den alpinen Regionen war das Feuer von großer Bedeutung: Das Feuer sollte viel Rauch entwickeln, um so den sommerlichen Gefahren, vor allem den Viehseuchen, Einhalt zu gebieten. Es sollte aber auch hoch lodern, um Mensch und Tier als Heils- und Reinigungsfeuer zu dienen. Auch der Brauch des Feuerspringens ist leider ein wenig in Vergessenheit geraten: Burschen und Mädchen tanzten um das Sonnwendfeuer und sprangen einzeln über oder durch das Feuer. Mit dem Feuersprung war sehr viel Aberglauben verbunden, so wünschten sich die ledigen Mädchen eine baldige Heirat. Generell ist der Sprung durch das Feuer auch als Reinigungsritual zu sehen. Viel Spaß bei den Sonnwendfeiern 2009!
Christa Kummer ist ORF-Wetterexpertin
www.christakummer.at
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Mag. Dr. Christa Kummer ist Wetterexpertin beim ORF. Infos unter: www.christakummer.at