Vormagazin

Ausgabe Jänner 2012

Darf ich bitten? - Die Ballsaison ist eröffnet.

Gewinn Vor allen anderen...

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Matscho

Vatikan und Muttikan

Der Macho ist zwar in Pension gegangen, aber wir präsentieren Ihnen in den nächsten Monaten ein Best Of der Kubasta-Kolumnen.

Kürzlich begegnete ich einer perfekt gebräunten Dame, die ihren Urlaub in Miami verbracht hatte. „Na, war’s schön in Florida?“, fragte ich. Die perfekt gebräunte Dame hob erstaunt ihre Augenbrauen. „Wie kommen Sie auf Florida“, sagte sie, „ich war in Amerika!“
Womit wir rasch und ohne große Umschweife beim heutigen Thema angelangt wären, welches da lautet: Die Leute werden immer blöder.
Mit angemessener Sorge beobachte ich ja schon seit geraumer Zeit, wie die Menschheit beinahe springflutartig von einem riesigen Wissensdefizit überschwemmt wird und wie die gute alte Allgemeinbildung zunehmend

Weil das so ist, wie ich es gerade in grellschwarzen Farben male, stellte ein deutscher Privatsender im Rahmen eines Gewinnspiels die Preisfrage: Wo wohnt der Papst – A) im Vatikan oder B) im Muttikan. Weitere Antwortmöglichkeiten, wie z. B. Pelikan oder Dschingis Khan, wurden nicht angeboten. Die wären wahrscheinlich zu verwirrend gewesen.
Der sehr kultivierte Leser wird jetzt natürlich vor so viel Albernheit entsetzt zurückprallen und sagen: Heute übertreibt er aber, der Matscho, diese einfältige Frage hat er ganz sicher selber erfunden! Hat er aber nicht, der Matscho – Sat.1 ist mir zuvorgekommen. Immerhin war auf diese Weise mein kindischer Ehrgeiz geweckt, und ich nahm mir vor, ähnlich idiotische Fragen auszutüfteln. Zu diesem Behufe setzte ich mich auf eine den Geist beflügelnde Heurigenbank, und bereits nach fünf Stunden gebar ich: Wie nennt man eine Flusslandschaft – Au oder Weh? Darauf folgte: Wer entdeckte Amerika – Columbus oder sein Ei? Und schließlich gelang mir ein literarisch wertvoller Höhepunkt mit der Frage nach dem Autor des „Kleinen Prinzen“: Saint-Exupéry oder De Beukelaer?
Dermaßen gut ausgerüstet ging ich auf die Straße. Wie zu erwarten war, entschied sich die Mehrheit der von mir befragten Passanten für den beliebten Kekshersteller, worauf ich Halt und Trost suchend im Gasthaus „Zum Menschenfresser“ einkehrte. Dort erwartete mich der Fremdwörter-Conny. Warum der so heißt, ist leicht erklärt: Erst kürzlich hat ihm sein Arzt einen zu hohen Cholesterinspiegel bescheinigt – daraufhin hat sich der Conny einen niedrigeren Alibert gekauft.

Weil der Fremdwörter-Conny also mit Fremdwörtern nichts anfangen kann, benützt er sie liebend gern. Das Haus, das er baut, ist eine einzige Syphilisarbeit, der Nachbarssohn hat ein Stupidium für die Unität, in seinen Ring hat sich der Conny die Genitalien eingravieren lassen, und mit der Meinung unseres Herrn Bundeskanzlers geht er soundso kondom. Als er sich schließlich darüber beschwerte, dass ihm seine verschwenderische Frau ein Loch ins Bidet reißt, hatte der Menschenfresser-Wirt endgültig genug. Er setzte unseren Tetanusqualen ein Ende und warf den Conny mit Bronchialgewalt aus dem Gasthaus hinaus.
Wieder daheim, leistete ich mir einen letzten Jux und drehte den ORF-Sport auf. Der hat mir schon so manches geboten, u. a. die viel beachtete Übersetzungsleistung unseres wackeren Sportprofessors Seeger, welche da lautete: „Hermann Maier – alles oder nichts, rien ne va plus!“ Wie aufs Stichwort meldete sich auch prompt ein Reporterkollege, der angesichts einer traurigen Kickerdarbietung bedauernd feststellen musste: „Den Spielern fehlt noch die mangelnde Kondition.“
In diesem Moment dürfte dem guten Mann das mangelnde Hirn gefehlt haben. Sei’s drum: Nix wissen schafft Seelenfrieden.

Wolfgang Kubasta ist Matscho

von Matscho

Wolfgang Kubasta ist Matscho.