
Stadtbild. Zwischen abertausenden Hundehaufen, die gerade gnädig von fallendem Laub zugedeckt werden, kurven fantastische neue Fortbewegungsmittel mit sportlichen Zeitgenossen drauf, drin oder dran.
Moderne Babys werden von ihren fitten Eltern in dreirädrigen „Slalom“- oder auch „Twist“-Joggern durch die Parks gepusht. Die Hinterräder der Kleinkindtransporter 2-fach verstellbar gefedert, der Korb mit Leuchtstreifen (für noch mehr Sicherheit bei nächtlichen (!) Ausfahrten) versehen und selbstverständlich hängt Junior in einem 5-Punkt-Gurtsystem.
Wenn das Butzi Lust bekommt, in der herbstlichen Sandkiste mit Kastanien zu spielen, klappen Mami und Papi die extrem leichte Alu-Konstruktion zusammen und schnallen sie sich auf den Rücken. Wahnsinn, ist das genial! Ich bin soo eifersüchtig, wenn ich daran denk, wie mühsam es noch vor 20 Jahren war, Sportwagerln im Kofferraum zu verstauen, ohne sich die Finger blutig zu quetschen. Und haben Sie im letzten VORMAGAZIN den neuen Segway-Roller gesehen, der ausschließlich über Körperbewegungen des Fahrers gesteuert wird? Mit 20 km/h Höchstgeschwindigkeit ist auch der soignierte Banker in der Innenstadt korrekt unterwegs. Über eine eventuelle Straßenzulassung wird laut Hersteller angeblich gerade verhandelt. Die zweite Segway-Generation verfügt über einen Boardcomputer, der gleichzeitig als elektronischer Schlüssel dient. Das Ding ist allerdings eine echte Investition, im Gegensatz zu den Heelys, die sich fast jeder Jugendliche zum Geburtstag wünschen kann.
Als ich die das erste Mal in Action gesehen hab, war ich total perplex: Da geht ein Bursch ganz unauffällig auf der Straße; wenn er aber den Vorderfuß etwas aufstellt, aktivieren sich aus optisch nicht weiter auffälligen Sneakers im Fersenbereich zwei Rollen und er gleitet wundersam dahin, wie mit Inlineskates, nur noch viel lässiger. Auf www.heelys.de kann man sich die Moves und Tricks anschauen, „switch fakie“, „cheese cutter“ und „x leg“ zum Beispiel. Michael J. Fox auf seinem Schwebeboard in „Zurück in die Zukunft“ schaut wie ein Anfänger aus dagegen! „Du musst es verdammt gut üben und brauchst natürlich – zumindest am Anfang – denselben Schutz wie beim Skaten, weil es dich schon oft auf die Go haut“, so ein Heeler, „aber vor allem in Kombination mit einem Skateboard gibt’s im Moment nichts Cooleres.“ Hör mal, gute Fee, so ganz unter uns: Wäre nicht ich schon längst dran, mit drei Wünschen? Heute kannst du dir’s aussuchen: Ich stelle es mir herrlich vor, ein Baby zu sein. Sehr gerne wäre ich auch so um die 14, aber eines bitte auf jeden Fall: SPORTLICH!
Martina Rupp ist Hitradio-Ö3-Stimme, ORF-Fernsehmoderatorin und Autorin.