
Karli Sackbauer alias Klaus Rott erzählt, warum er kein Freund von Begräbnissen ist ...
„Eines ist hundertprozentig sicher. Nämlich, dass das letzte Begräbnis bei dem man dabei ist, das eigene sein wird.“
Ich mag keine Begräbnisse. Die Unlust fängt schon an, wenn die Parte kommt und ich nicht weiß, wo der Friedhof ist, wo des Begräbnis sein wird. Gut, den Zentralfriedhof kennt man, eh klar. Aber man glaubt ja gar nicht, wie viel Friedhöfe es in Wien gibt. Das sind irrsinnig viele, die kannst einfach nicht alle kennen. Beim Armin Assinger in der Millionenshow wäre das sicher eine Frage, die den Kandidaten einen Joker kosten täte.
Wie viel Friedhöfe gibt es in Wien? A: 19, B: 28, D: 37, C: 46. Die richtige Antwort: Wien hat knapp unter 50 Friedhöfe, nämlich 46.
Beim Begräbnis selbst bin ich dann immer ein bisserl hilflos. Zum Beispiel, wenn die Angehörigen irrsinnig traurig sind, Tränen und so, dann weiß ich nie, was ich zu denen sagen soll. Die Irmi meint, dass „Mein Beileid“ immer passt. Ja, das passt sicher, aber ich finde das ist halt nicht sehr originell. Der Papa meint, dass ich bei einer Beerdigung nicht originell sein muss.
Dann gibt es wieder Begräbnisse, da sind die Angehörigen irrsinnig gut drauf, dass man glauben könnt, man ist bei einer „Party in Black“. Auch da bin ich hilflos. Ich kann ja zu denen nicht sagen: „Bitte, können sie des noch einmal laut sagen, ich möcht auch gern mitlachen.“
Wenn die Sargträger den Sarg schultern, da steigt bei mir stets der Puls. Ich stell mir nämlich immer vor, dass das schief gehen könnte und der Sarg auf den Boden pempert, der Sargdeckel aufgeht, und der Verstorbene herauskullert.
Der Papa hat g‘meint, für ihn wäre das sicher auch ein Schock, wenn so etwas passiert, aber dann würde man immerhin hundertprozentig sicher sein, dass man bei der richtigen Leiche ist.
Die letzte Beerdigung, bei der ich war, die war in einem kleinen Ort in NÖ. Alles sehr pietätvoll. Aber bei den Sargträgern hätte man glauben können, dass die es beim mitternächtlichen Totentanz nimmer g‘schafft haben, rechtzeitig in ihre Gräber zu kommen und jetzt die Wartezeit als Sargträger überbrücken, so ein würdiges Alter haben die g‘habt.
In seiner Ansprache hat der Pfarrer gesagt, dass alle Menschen sterben müssen und es am Jüngsten Tag ein Wiedersehen geben wird. Beim Leichenschmaus hab ich mir dann Frage gestellt, ob vor dem Jüngsten Tag eine Pandemie, so eine weltweite Epidemie, bei der alle Menschen umkommen, ausbrechen wird. Eigentlich müsste es so sein, denn wenn nicht, dann würde es ja Menschen geben, die als Lebendige vom Jüngsten Tag überrascht werden. Der Pfarrer hat aber g‘sagt, dass alle Menschen sterben müssen. Ich hab dann den Papa mit meinem Problem, wie das alles einmal sein wird, konfrontiert. Seine Antwort: „Also Karli, ich würde sagen: Abwarten und Bier trinken.“
Karli Sackbauer wird dargestellt von Schauspieler Klaus Rott. www.karlisackbauer.at
Ab 11. 11. 2009 im THEATERcenterFORUM: das neue „Karli-Soloprogramm“!
Karli Sackbauer wird dargestellt von Klaus Rott. Weitere Infos und Geschichten gibt es auf www.karlisackbauer.at.